Arbeit

Prinz-Eugen-Kaserne, WA 3 Ost

Beurteilung durch das Preisgericht: Die Arbeit möchte, so die Verfasser, „in der Tradition Vorhoelzers“ mit einer tektonischen Gliederung der Gebäudevolumetrie und einer angenehm zurückhaltenden, aber dennoch fein differenzierten Fassade eine Antwort auf die gestellte Aufgabe finden:
Der Innenhof erzeugt sehr schöne Freiraumbezüge- auch zu den Nachbargebäuden, klar auffindbare Adressierungen und eine gute Vernetzung mit dem Quartier und den Naturräumen. Der Vorplatz auf der Südseite mit dem angegliederten Gemeinschaftsraum schafft einen schönen Auftakt und eine Verbindung zur Nachbarschaft.
Der große Baukörper schafft eine klare ruhige Gesamtkomposition, die sehr ausgewogen die langen Flächen gliedert und sich gut mit dem dreigeschossigen Baukörper zu einem Ensemble verbindet.
Die großzügigen Loggien zum Innenhof schaffen eine schöne Verbindung der Innenräume mit dem Außenraum. Die Setzung der Fenster auf der Ostseite des Gebäudes erscheint etwas streng und schematisch, was aber durch die vorgelagerte Balkonzone aufgelockert wird.
Der grüne und weiche Charakter des Innenhofes mit den modellierten Inseln schafft eine gelungene Überleitung zu den Eingängen des Gebäudes und ermöglicht gleichzeitig eine Abgrenzung der privaten Wohnräume im Erdgeschoss. Den Eingängen werden großzügige Fahrrad- und Kinderwagenabstellräume zugeordnet, die einläufigen Treppenhäuser mit der Erschließung von jeweils 4 Wohnungen funktionieren sehr gut, der Wohnungsmix an jedem Treppenhaus wird positiv bewertet.
Die Wohnungen sind gut gestaltet und weisen schöne und großzügige Freibereiche auf. Die differenzierte Ausbildung der Loggien und Balkone schafft schöne Atmosphären. Alle Wohnungen orientieren ihre Freibereiche zum Innenhof, was den gemeinschaftlichen Charakter des Ensembles noch verstärkt.
Die großzügigen Gemeinschaftsbereiche auf dem Dach, deren Konformität mit dem Baurecht noch überprüft werden muss, werden seitens des Preisgerichts als sehr funktional und bereichernd für die Wohngemeinschaft gesehen.
Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr stimmigen und überzeugenden Gesamtbeitrag dar!
Sehr geschickt setzen sich die Verfasser mit den städtebaulichen Rahmenbedingungen auseinander und entwickeln daraus im engen Dialog mit den Gebäuden konsequent drei unterschiedliche Freiraumtypen mit angemessen gestufter Privatheit – dem öffentlichen Platz zum Straßenraum, im halböffentlich Innern den grünen, gut durchlässigen gemeinschaftlichen Garten und am Rand wie auf dem Dach gut geschützt die privaten Gartenbereiche nur für die Bewohner. Im Erdgeschoss sind die Übergänge zum Privaten transparent und trotzdem ausreichend geschützt. Der Verzicht auf die rahmende Mauer zur Straße ist in dem dargestellten Wechselspiel gut nachvollziehbar – der Verzicht auf die umfassende Mauer muss im Gesamtkontext verträglich und abgestimmt werden.

Typ:   Eingeladener Realisierungswettbewerb mit anschliessender Beauftragung
Auszeichnung:  1.Preis
Auslober:   Baugenossenschaft des Post- und Telegrafenpersonals in München und Oberbayern eG, München
Merkmale:   Wohnen
Jahr:  2016-2019
Wohneinheiten:   ca. 90 WE
Leistungsphasen: LPH 1-5
Projektleiter: Sean Simpson, MSc. Architekt
Zusammenarbeit:
  HinnenthalSchaar LandschaftsArchitekten, München