Arbeit

Forsthof, Straßberg

Waldbesitzer denken langfristig. Architekten (eigentlich!) auch. Die Frage nach einer Lebensdauer von 200 Jahren bedeutet für uns robuste Konstruktion, Flexibilität in der Benutzung, Einfachheit der technischen Systeme und nicht zuletzt: zeitlose Schönheit…

Ein Wohnhaus für Förster und Bauherr, zwei Betriebsgebäude zur Unterbringung der Waldfahrzeuge mit Wildkammer und ein Hundezwinger spannen in lockerer Folge drei Seiten  des Hofs auf. Nur die vierte Seite bleibt offen und gibt durch die Hanglage den weiten Blick über Ort und Hügel frei. Der Forsthof orientiert sich zwar an typischen regionalen Baustrukturen, bleibt aber im architektonischen Ausdruck eigenständig und fügt sich dadurch nahtlos und selbstbewusst in das Ortsbild von Straßberg ein.

Alle Gebäude wurden in Massivbauweise errichtet -robust genug für 200 Jahre- und anschließend verputzt. Tragend sind immer nur die Außenwände. Die inneren Wände wurden nicht tragend ausgeführt, so bleibt langfristig Raum für Flexibilität. Doch auch der ausgeführte Grundriss im Wohnhaus lässt Spielräume: Beide Einheiten teilen sich den mittigen Zugang. Jede Einheit verfügt über eine Treppe in die Schlafräume im oberen Stockwerk. Hier gibt es mittig angeordnet zwei Räume, die als „Schaltzimmer“ der einen oder der anderen Einheit zugeordnet werden können. Praktisch. Ganz nebenbei geben wir dem Haus damit das, was fast allen „Doppelhäusern“ fehlt: Eine Mitte. Erst durch sie entsteht die noble Anmutung.

Die technische Systeme sind auf ein Minimum reduziert: Die stark dämmenden Außenhülle aus 42,5cm starken Hochlochziegeln kommt ohne Wärmedämmverbundsystem aus, der Putz wird direkt auf den Ziegel aufgetragen. Den geringen noch verbleibenden Heizenergiebedarf erzeugt ein Scheitholzbrenner. Denn Holz steht ja zur Verfügung…

Typ:   Forstwirtschaftlicher Nutzbau, Wohnhaus, Neubau
Jahr:   Fertiggestellt 2011
Merkmale:   Hofanlage, Hohe Anforderung an die Lebensdauer