Wettbewerb

Open Scale, München

Feldherrnhalle, Siegestor, Propyläen und Bavaria gäbe es nicht… Was wäre München?

Niemand würde heute ernsthaft den identitätsstiftenden und städtebaulichen Wert dieser Bauwerke bezweifeln. Und doch gelten heute Bauwerke ohne Nutzung als nutzlose Bauwerke. In der Stadtentwicklung von heute wird dieser Bautypus nicht einmal ansatzweise diskutiert. Er wird lapidar mit den immer gleichen Plattitüden vom Tisch gewischt: „Wer soll das zahlen, für so etwas gibt es keinen Investor, ist doch nutzlos, derartig zeichenhafte Gebäude sind heute schwierig, nicht demokratisch, schlicht nicht möglich …“ Akte geschlossen. Schade.

Derartige Bauwerke scheinen also mit dem Gestern verbunden. Aber stimmt das? Was ist das Wesen dieser Gebäude? Was haben sie alle gemeinsam? Welche Qualitäten haben sie und sind diese zeitunabhängig? Bei näherer Betrachtung wird klar: Alle diese Bauwerke generieren durch Lage und Volumen städtebauliche Räume. Alle diese Bauwerke bedienen keine direkte Nutzung. Alle diese Bauwerke spiegeln die kulturelle Botschaft einer Gesellschaft und einer Zeit. Alle diese Bauwerke sind Hybride aus Architektur und Kunst. Alle diese Bauwerke sind dauerhaft konzipiert und nicht temporär.

Ist dieser Bautypus frei von seinem historischen Kontext denkbar, in das Heute übersetzbar? Wir behaupten: Ja. Worin liegt also das Potential dieser Bauwerke für die zukünftige Stadtentwicklung? Wo sind die Orte Münchens, an denen aus einer städtebaulichen Last eine städtebauliche Lust werden kann? Welche gesellschaftliche Botschaft würde solch ein Gebäude heute tragen? Wie sähe eine zeitgemäße Antwort auf diesen Bautypus aus? Welche konkrete Sprache würden Architektur und Kunst heute finden? Welcher Prozess wäre zur Entwicklung und Realisierung solcher Bauwerke geeignet? Nachdenken lohnt sich…

Typ:   Wettbewerb
Merkmale:   Städtebau
Jahr:   2009